Maissilage 2018: Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland
Historisch schlechte Qualitäten

Stand: 01/28/2019
Die Futtermittelprüfringe (FPR) Eifel, Rheinland-Pfalz Nord, Birkenfeld-Hunsrück-Nahe, Pfalz-Rheinhessen und Saarland liefern eine einzigartige Datengrundlage zur Einschätzung der Maissilagequalitäten in den jeweiligen Regionen.
686 Proben wurden bei der LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt) in Speyer untersucht.
Im Anhang finden Sie den Beitrag als pdf-Dokument. © DLR Eifel
Das Dürrejahr 2018 führte bei den Maissilagen zu bisher nie dagewesenen niedrigen Energie- und Stärkegehalten. Die ersten Bestände waren bereits Anfang August erntereif. Bei nahezu kolbenlosen oder kolbenarmen Beständen war zu diesem Zeitpunkt keine weitere Stärkeeinlagerung zu erwarten. Die Tabelle zeigt die Mittelwerte aller Futtermittelprüfringe und die der Prüfringe im Einzelnen. Die Unterschiede zwischen den Regionen in den Silagequalitäten sind marginal.

Maissilage 2018 - Ergebnisse nach Futtermittelprüfring






Der durchschnittliche Trockenmassegehalt von 366 g/kg FM liegt über dem Zielbereich. Eine ausreichende Verdichtung war schwer zu erzielen. Nacherwärmungen wurden bereits bei der Ernte befürchtet, so dass die Betriebe vermehrt um Beratung nach dem passenden Siliermittel nachfragten, um die ohnehin knappen Futtervorräte qualitativ abzusichern. Das Erntematerial brachte durch die vertrocknete Restpflanze und den fehlenden Kolben oftmals viel Volumen aber wenig Gewicht.

Die Rohproteingehalte liegen mit 71 g/kg TM unter dem Zielbereich von 80-90 g/kg TM. Rapsextraktionsschrot kann in vielen Rationen den Proteinbedarf decken. Hohe Leistungen werden oftmals mit Milchleistungsfutter über den Roboter oder Transponder ausgefüttert, die dann entsprechende höherwertige Proteinqualitäten enthalten müssen.

Der Energiegehalt ist mit 6,2 MJ NEL so niedrig wie noch nie und liegt deutlich unter dem Soll-Wert von > 6,7 MJ NEL. Damit befindet er sich erstmals unter dem Durchschnitt von 6,3 MJ NEL, den die Grassilageergebnisse 1. Schnitt 2018 in Rheinland-Pfalz und dem Saarland erzielten. In die Energieberechnung fließen die Parametern NDFOM, ELOS und Rohfett ein.

Die Rohstärke liegt mit 268 g/kg TM deutlich unter dem Zielwert (320 g/kg TM). Angesicht mangelhaft ausgebildeter oder fehlender Kolben überrascht das nicht.

Der Rohfettgehalt liegt bei 28 g/kg TM. Er geht in die Energieschätzung ein und ist umso höher, je höher der Kolbenanteil ist.

NDFOM charakterisiert den Fasergehalt und liegt bei 434 g/kg TM (Zielbereich: 350-400). Der Wert ADFOM beschreibt einen Teil des NDF Wertes. Er gibt Aufschluss über die Verholzung des Materials, so dass bei einem hohen Wert die Verdaulichkeit abnimmt. Beide Werte liegen nicht nur über dem Vorjahresniveau, sondern auch über dem Zielwert und spiegeln die vertrocknete Restpflanze wieder.

Als weiterer Verdaulichkeitsparameter, insbesondere von der Restpflanze, gilt der ELOS-Wert. Ist er hoch, so ist das Futter leicht verdaulich (Ziel: > 670 g/kg TM). Er liegt mit 592 g/kg TM deutlich unter dem Zielwert Die vertrocknete Restpflanze ist ebenfalls Ursache dafür.

Der Gehalt an Zucker wurde erstmals auf dem Untersuchungsbericht ausgegeben. Es war davon auszugehen, dass wegen mangelnder Stärkeeinlagerung im Kolben vermehrt Zucker in der Restpflanze verbleibt. Dies trifft insbesondere auf die energetisch schlechteren Maissilagen zu. Der Mittelwert für Zucker liegt bei 17 g /kg TM. Tabellenwerte für Maissilage liegen bei 15 g/kg TM.
Die Futtermittelprüfringe (FPR) Eifel, Rheinland-Pfalz Nord, Birkenfeld-Hunsrück-Nahe, Pfalz-Rheinhessen und Saarland liefern eine einzigartige Datengrundlage zur Einschätzung der Maissilagequalitäten in den jeweiligen Regionen.
686 Proben wurden bei der LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt) in Speyer untersucht.
Im Anhang finden Sie den Beitrag als pdf-Dokument. © DLR Eifel
Das Dürrejahr 2018 führte bei den Maissilagen zu bisher nie dagewesenen niedrigen Energie- und Stärkegehalten. Die ersten Bestände waren bereits Anfang August erntereif. Bei nahezu kolbenlosen oder kolbenarmen Beständen war zu diesem Zeitpunkt keine weitere Stärkeeinlagerung zu erwarten. Die Tabelle zeigt die Mittelwerte aller Futtermittelprüfringe und die der Prüfringe im Einzelnen. Die Unterschiede zwischen den Regionen in den Silagequalitäten sind marginal.

Maissilage 2018 - Ergebnisse nach Futtermittelprüfring





Download: Maissilagen_2018-RLP.pdf



Birgit.Koeppchen@dlr.rlp.de     www.DLR-Eifel.rlp.de drucken